Bakuchiol statt Retinol: Was die pflanzliche Retinol-Alternative kann

Bakuchiol statt RetinolWas die pflanzliche Retinol-Alternative kann

Journal3 Min. Lesezeit

Retinol gilt als Goldstandard.

Gegen Linien.
Für Struktur.

Doch viele Frauen kennen den Preis.

Rötungen. Trockenheit.
Pausen im Sommer.

Wir haben uns dagegen entschieden.

Für eine Pflanze.
Sie heißt Babchi und schenkt Bakuchiol.


Die Haut braucht nicht mehr. Sie braucht das Richtige.

Babchi-Pflanze (Psoralea corylifolia), Quelle von Bakuchiol
Psoralea corylifolia, die Babchi-Pflanze

Was ist Bakuchiol?

Bakuchiol wird aus den Samen der Babchi-Pflanze gewonnen. In der ayurvedischen Heilkunde ist sie seit Jahrhunderten bekannt. In der Hautpflege gilt Bakuchiol heute als die pflanzliche Retinol-Alternative.

Chemisch ist Bakuchiol kein Retinoid. Es greift aber an vielen Stellen in dieselben Prozesse ein wie Retinol. Es regt die Zellerneuerung an, unterstützt den Aufbau von Kollagen und gleicht Pigmentunruhe aus.

Warum nicht einfach Retinol?

Retinol wirkt. Das ist unbestritten. Aber es verlangt der Haut viel ab. Es trocknet aus, reizt und führt häufig zu Rötungen und Schuppung. Dazu kommt: Retinol macht die Haut lichtempfindlicher. Viele pausieren deshalb im Sommer und verlieren, was sie aufgebaut haben.

Retinol folgt einem Paradox: Man nimmt Rötungen und Schuppung in Kauf, um am Ende bessere Haut zu haben. Der Weg zu besserer Haut führt über schlechtere.

Gerade Haut ab 40 hat dafür wenig Reserven. Die Barriere ist dünner, die Regeneration langsamer. Was sie reizt, kostet sie mehr, als es ihr bringt.

Frau ab 40 mit ruhiger, gepflegter Haut
Bakuchiol-Serum auf der Haut, Anwendung am Abend
Zwei bis drei Tropfen am Abend

Was die Forschung zeigt

2019 verglich eine Studie im British Journal of Dermatology Bakuchiol und Retinol direkt. Beide wurden zwölf Wochen lang in 0,5 % Konzentration angewendet. Bei Linien und Pigmentflecken zeigten beide eine vergleichbare Verbesserung. Den Unterschied machte die Verträglichkeit: In der Retinol-Gruppe berichteten deutlich mehr Frauen von Schuppung und Brennen.

Auch im Labor zeigt sich das Potenzial. In Zellversuchen regte Bakuchiol die Bildung von Kollagen I und III mindestens so stark an wie Retinol. Zusätzlich wirkt es antioxidativ und schützt die Zellen vor freien Radikalen.

Wichtig ist Geduld. Erste Veränderungen zeigen sich nach etwa vier Wochen. Nach acht Wochen werden sie deutlicher, und bis zur zwölften Woche nehmen sie weiter zu. Bakuchiol baut auf.

Erst schlechter, um besser zu werden. Diesen Umweg wollten wir der Haut ersparen.
Stefan Kehl, Gründer von ENUNE

Aus der Praxis

Retinol-geschundene Haut habe ich bei Models wirklich verflucht. Die Haut war empfindlich, und das Timing passte selten zum Shoot. Ich musste zaubern, um ein Make-up aufzulegen, das hält.

Bakuchiol vs. Retinol im Vergleich

Herkunft
Bakuchiol ist pflanzlich, aus Babchi-Samen. Retinol ist eine Form von Vitamin A.
Wirkung
Beide unterstützen Zellerneuerung und Kollagenaufbau und mildern Linien und Pigmentflecken.
Verträglichkeit
Bakuchiol ist deutlich sanfter. Rötungen und Schuppung sind selten.
Sonne
Bakuchiol macht nicht lichtempfindlich. Eine Sommerpause ist nicht nötig.
Stabilität
Bakuchiol ist licht- und luftstabil. Retinol zerfällt unter Licht.

Keine Kur. Konstanz.

Retinol wird oft wie eine Kur verwendet. Eingewöhnen, durchhalten, pausieren. Im Sommer, oder wenn die Haut nicht mehr mitmacht. Mit jeder Pause geht ein Teil dessen verloren, was aufgebaut wurde. Und mit dem Neustart beginnt auch die Reizung von vorn.

Bakuchiol braucht keine Pause. Es reizt nicht, macht nicht lichtempfindlich und kann das ganze Jahr über verwendet werden. So entsteht kein Auf und Ab, sondern eine Haut, die sich Schritt für Schritt stabilisiert.

Häufige Fragen

Ist Bakuchiol so wirksam wie Retinol?

Bei Linien und Pigmentflecken zeigte eine Vergleichsstudie ähnliche Ergebnisse. Bakuchiol war dabei deutlich besser verträglich.

Kann ich Bakuchiol mit Vitamin C kombinieren?

Ja. Am besten Vitamin C am Morgen und Bakuchiol am Abend. So ergänzen sich beide.

Wann sehe ich Ergebnisse?

Erste Veränderungen zeigen sich nach etwa vier Wochen. Die volle Wirkung baut sich über zwei bis drei Monate auf.

Ist Bakuchiol für empfindliche Haut geeignet?

In der Regel ja. Bakuchiol gilt als gut verträglich, auch bei Haut, die auf Retinol reagiert.

Quellen

Dhaliwal S. et al. (2019): Prospective, randomized, double-blind assessment of topical bakuchiol and retinol for facial photoageing. British Journal of Dermatology, 180(2), 289–296.

Chaudhuri R. K. (2015): Bakuchiol: A Retinol-Like Functional Compound, Modulating Multiple Retinol and Non-Retinol Targets. In: Cosmeceuticals and Active Cosmetics, 3. Auflage.

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